Mit messbar wirksamer Personalentwicklung gegen den Fachkräftemangel im Mittelstand

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Auch der zweite und letzte Teil beschäftigt sich damit, wie kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) dem betrieblichen Fachkräftemangel erfolgreich begegnen können.

Während es im ersten Teil des Zweiteilers darum ging, sich mit Hilfe von Eignungsdiagnostik in der Personalauswahl deutlich mehr und geeignetere Bewerber zu erschließen, geht es in diesem Beitrag darum, aus dem bestehenden Personalbestand Mitarbeiter mit Personalentwicklungsmaßnahmen weiterzuentwickeln, um dem Mangel an relevanten Fach- und Führungskräften erfolgreich zu begegnen.

Ressourcenknappheit und Pragmatismus des Mittelstandes können bei der Personalentwicklung gegen den Fachkräftemangel sogar förderlich sein

„Ich bin ein roter Typ und du ein blauer…“ Während sich Großunternehmen den Luxus gönnen, nachweislich unwirksame Seminare und Workshops mit Unterhaltungswert einzukaufen und unseriöse Maßnahmen der Farbenlehre, Typenlehre, Coachs ohne Führungserfahrung oder NLP zu leisten, besteht für den Mittelstand in der Ressourcenknappheit und dem häufig vorherrschenden Pragmatismus die Chance, genauer hinzuschauen und messbar wirksame verhaltens- und beratungsorientierte Personalentwicklungsmaßnahmen gegen den Fachkräftemangel einzukaufen.

Nicht nur aus Ressourcenknappheit genauer hinschauen: Bis zu 90% der Personalentwicklungsmaßnahmen sind Fehlinvestitionen

Denn bis zu 90% der Personalentwicklungsmaßnahmen stellen sich später als Fehlinvestitionen heraus, da die Maßnahmen bspw. mangels Transfer oder Praxisbezug nicht nachhaltig und damit letztendlich unwirksam bleiben.1 Es geht um zweistellige Milliardenbeträge, die deutsche Unternehmen jedes Jahr für Personalentwicklungsmaßnahmen ohne nachhaltige Wirkung ausgeben. Letztendlich tragen die Unternehmen mit dem Einkauf unseriöser Personalentwicklungsmaßnahmen die Verantwortung für die milliardenschwere Verschwendung in der beruflichen Weiterbildung. Während man sehr genau errechnet, dass das „wilde Einkaufen“ außerhalb der Beschaffungswege eines einzelnen Verbrauchsartikels an Büromaterial  inklusive der Prozesskosten einen dreistelligen Betrag kostet, ist man bereit, für eine einzelne unwirksame Personalentwicklungsmaßnahmen je Mitarbeiter mehrere tausend Euro zu zahlen.

Professionelle Coachings und Trainings begegnen dem Führungs- und Fachkräftemangel erfolgreich

Gelingt es dem Unternehmen nur bedingt, in Zeiten massiver demographischer Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt an geeignetes, qualifiziertes Personal zu gelangen, sollte der Blick auch in das Unternehmen gelenkt werden. So kann der Mittelstand dem Führungs- und Fachkräftemangel mit wirksamen Personalentwicklungsmaßnahmen begegnen. Voraussetzung ist, dass professionelle Anbieter, bspw. von Executive Trainings und Führungskräfte Coachings, ausgewählt werden, deren verhaltens- und beratungsorientierte Methoden anerkannt und nachhaltig wirksam sind.

Eignungsdiagnostisches internes Recruiting zur Auswahl geeigneter Mitarbeiter für Positionen und hochpreisige (Aufstiegs-) Fortbildungen

Dabei kann der Pool an geeigneten Mitarbeiter noch zusätzlich erweitert werden, wenn man statt aus dem Bauch heraus jemandem eine Personalentwicklungsmaßnahme für eine Position anträgt, von der man glaubt, dass er oder sie geeignet ist, eine eignungsdiagnostische Auswahl trifft. Insbesondere bei hochpreisigen Fortbildungen oder Programmen – beispielsweise für Führungskräfte – können Kosten für ein späteres Derailment (Managementscheitern) vermieden werden. Stattdessen ermöglicht eine offenere Herangehensweise über eine interne Ausschreibung mit Motivation und Ermunterung zur Bewerbung eines größeren Kreises zur Bewerbungsabgabe die Grundmenge geeigneter Kandidaten, die später z. B. mittels verhaltensorientierter Auswahlverfahren getestet werden. Bewerber, an die man zuvor vielfach nicht gedacht hatte, weil man sie in anderen Zusammenhängen auch anders wahrgenommen hat. Hinzu kommt am Beispiel von Führungskräften: Eine von Fricke und Kanning durchgeführte Studie zu mehr-, teils sogar langjährig erfahrenen Führungskräften und Führungsunerfahrenen führte bei beiden Gruppen zu nahezu gleichlautenden Ergebnissen in der Messung einzelner relevanter Führungskompetenzen.² Die Ursachen, die dieses Ergebnis erklären, sind nach Kanning vielfältig. Zum einen ist der Zusammenhang des Kriteriums „Berufsjahre“ mit der beruflichen Leistung schwach. Dies begründet sich in den Unterschieden in der Lernfähigkeit, -bereitschaft, aber auch der Lerngelegenheiten durch die Anforderungen des beruflichen Umfeldes. Hinzu kommen unterschiedliche kognitive Fähigkeiten.

Nachhaltig wirksam qualifizierende Trainings gegen den Fachkräftemangel einkaufen

Voraussetzung ist, dass beim Einkauf der Personalentwicklungsmaßnahmen zutreffend ermittelt wird, welche Formate (Workshops, Seminare, Trainings, Coachings) angezeigt sind und wie sie durchgeführt werden.

Wenn die Konzeption und Durchführung von Trainingsprogrammen von Anfang an am Transfer ausgerichtet ist und nicht gegen Ende der Bildungsveranstaltung zeigen sie mehr Wirksamkeit und Nachhaltigkeit. Trainings für Führungskräfte sollten bewusst zeitlich länger konzipiert sein. Das dient dem vermehrten Sammeln praktischer Erfahrungen und dem wiederholten Einüben. Und eingeplante „Boxenstopps“ dienen der Bewusstmachung, dass man sich innerhalb eines Trainings befindet, deren erste positive Ergebnisse längerer und vor allem eigner Arbeit – auch an sich selbst – dienen. Dies trägt im Idealfall dazu bei, dass das Training des Verhaltens im anspruchsvollen Arbeitsalltag der Führungskraft nicht nebenbei erfolgt, sondern bestenfalls prioritär und reflektiert. Förderlich für das Führungskräftetraining sozialer Kompetenzen sind auch Kombinationen aus Anteilen des Lernens on-the-job und of-the-job. Die Inhalte müssen für die Teilnehmer inhaltlich und alltagspraktisch relevant sein.

Führungskräfte Coachings sind nachweislich wirksam

Professionelle Business Coachings, Executive Coachings für Führungskräfte, sind nachweislich wirksam. Diese beratungsorientierte Methode der Personal- bzw. Führungskräfteentwicklung ist jedoch nur dann wirksam, wenn seriöse Methoden durch qualifizierte Coachs angewandt und möglichst optimal miteinander kombiniert werden.

Führungskräfte können mit einem qualifizierten Coaching bspw. Belastungen reduzieren, ihre Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit stärken oder ihre Kommunikationskompetenz verbessern. Es führt im Idealfall zu einer erhöhten zielbezogenen Selbstregulation beim (Führungs-) Verhalten. Insbesondere beim Setzen, Erreichen und Bewerten von Zielen kann Coaching sehr hilfreich sein.

Professionelle Business Coachings sind zwar nachweislich wirksam, allerdings sind die Effektstärken des Coachings noch steigerungsfähig. Hier wird es zukünftig darauf ankommen, dass die Forschung klären und der anwendende Coach umsetzen kann, wie, wann, welche und in welcher Kombination, psychologisch anerkannte Methoden optimal einzusetzen sind.

Personalentwicklung gegen den Fachkräftemangel im Mittelstand

Die in diesem Beitrag genannten Personalentwicklungsmaßnahmen und Zielgruppen sind nur beispielhaft herausgegriffen. Worauf Personaler beim Einkauf achten sollten, wurde in früheren Beiträgen im Blog mit Benefit!  behandelt, am Beispiel von Coachings und Trainings.

Hier erfahren Sie mehr zu Kommunikations- und Führungskräftetrainings.

Und hier geht es zum professionellen Führungskräfte Coaching für Entscheider.

 

Fotos: Universität Kassel, © Manfred Baumert/Kassel

 

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Executive Coaching und Führungskräftetrainings für gute Mitarbeiterführung aus Kassel

 

Eignungsdiagnostisches Recruiting, Führungskräftetrainings, Seminare für Führungskräfte, Führungskräfte Coachings und Business Coachings der 2benefit GmbH Kassel

 

#dieköpfeentscheidendenwettbewerb

 

Quellen:

1 Kauffeld, 2010

2 Fricke & Kanning, 2013

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Manfred Baumert
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