Risiko berufliche Neuorientierung mit Führungswechsel
Ob Nachwuchsführungskraft, junge Führungskraft oder erfahrene Führungskraft: Ein Führungswechsel stellt immer ein hohes Risiko und eine hohe Belastung für die Führungskraft dar. 30% der Führungskräfte scheitern bereits innerhalb des ersten Jahres des Führungswechsels (vgl. Fischer, 2009). Die Bewährung als neue Führungskraft ist alles andere als eine beschwingte Fahrt in`s Tal. Und eine Festlegung auf die ersten 100 Tage ist eher eine willkürliche, populäre Festlegung, die man mutmaßlich aus der Politik übernommen hat. Es sind deutlich mehr als 100 Tage und der Grund ähnelt eher Glatteis, als einer wohlpräparierten Piste. Die gesetzliche Kündigungsfrist gilt erst sechs Monate nach Arbeitsantritt, gleichgültig, ob eine kurze oder sogar keine Probezeit vertraglich vereinbart wurde. Eine kurzfristigere Kündigung ist somit auch dann möglich. Die Bewährung als neue Führungskraft ist auch aus diesen Gründen kein Sprint, sondern mindestens ein Halbmarathon. Von hoher Relevanz sind deshalb die Strategie zur beruflichen Neuorientierung von Führungskräften und ihre stringente Umsetzung. Ebenso bedeutsam und vor allem risikoreich, sind die spätere Integrationsphase und das Onboarding von Führungskräften.
Strategische Vorgehensweise bei beruflicher Neuorientierung von Führungskräften
Die Vorgehensweise zur beruflichen Neuorientierung soll hier nur grob skizziert werden, da sie hochindividuell zugeschnitten auf die jeweilige Führungskraft erfolgen sollte. Dabei ist ein professionelles Coaching für Führungskräfte in Form eines Business Coachings für Führungskräfte, ein Executive Coaching, aus den unten dargestellten Gründen zielführend.
Die Motive, weshalb sich Führungskräfte beruflich umorientieren wollen oder müssen können geprägt sein, von einem konkreten, zeitlich nahen Handlungsdruck, durch Disruption, dem mittelbar absehbaren Verlust des Geschäftsmodells, oder vor dem Hintergrund strategischer Entscheidungen, die bspw. auch das Fortschreiten der Digitalisierung antizipieren. Die Entscheidungen sollten vor dem Hintergrund der Erwerbsbiographie getroffen werden: jüngere Führungskräfte, stärkere Orientierung am Aufstieg, höheres Risiko, erfahrene Führungskräfte hingegen, eine stärkere Orientierung an Sicherheit und Aspekten des Risikomanagements. Die Analyse-Phase beinhaltet eine IST-Analyse der privaten und beruflichen Situation und eine berufsrelevante Stärken-Schwächen-Analyse. Die eigene Employability wird ebenfalls erörtert. Die bisher unerkannten Stärken aus der Analyse-Phase fließen ebenso in die Erarbeitung einer Strategie ein, wie die Klärung der eigenen (realistischen) Anforderungen an die neue Stelle und ein Abgleich von Erwartungen und Hoffnungen, die zu einer Bestimmung der Branchen und Feinjustierung innerhalb der Branche genutzt werden. Darüber hinaus geht es um verschiedenste Maßnahmen zur Passung für die Branche. Die ermittelten Schwächen werden im gesamten Coaching-Prozess in den verschiedensten Situationen thematisiert und bearbeitet.
Aktueller Arbeitsplatz: Sicherung des Status quo und Optimierung
Nicht selten geht es bei dem Wunsch nach beruflicher Veränderung nicht allein um strategische Gründe oder um konkreten Handlungsdruck von außen. Häufig kommt die persönliche Unzufriedenheit am aktuellen Arbeitsplatz hinzu. Um Freiraum für strategisches Handeln aufrecht zu erhalten oder zu schaffen, geht es auch um die Aufrechterhaltung und Optimierung des aktuellen Arbeitsverhältnisses, zu der ebenfalls die Ergebnisse der Analysephase verwandt werden. Dabei kann es um die Hinterfragung von Glaubenssätzen oder eine veränderte Kommunikation gehen. Dazu können Situationen simuliert und konkrete Reaktionen darauf eingeübt werden. Die Vergabe und das Besprechen „sozialer Hausaufgaben“ stärken den Trainingseffekt. Um ein aktuell unbefriedigendes Arbeitsverhältnis nicht zur Unzeit zerbrechen zu lassen, können die Ermittlung und Erschließung stärkender Quellen dienen. Hieran wird auch deutlich: Ein ausschließlicher Fokus auf die berufliche Ebene ohne Berücksichtigung der privaten, ist unzureichend. Oder anders ausgedrückt: Auf zwei Beinen steht man besser.
Selbstmarketing und Eindrucksmanagement nicht nur im Bewerbungsverfahren
Selbstmarketing und Eindrucksmanagement sind nicht nur selbstverständlicher Bestandteil eines Bewerbungsverfahrens, sondern zentraler Bestandteil einer beruflichen Neuorientierung. Insbesondere, wenn es um einen Branchenwechsel geht. Hier geht es also nicht allein um den üblichen digitalen und analogen Auftritt, sondern auch um die Plattformen und Kanäle der Zielgruppe. Das erarbeitete und geschärfte Profil wird um eine kontinuierlich aufzubauende fachliche Reputation in der Branche verstärkt.







