Ausgewogene Gesprächsanteile im Feedbackgespräch
Damit es der Führungskraft möglichst umfassend gelingt, die Erwartungen und die Motive des Handelns des Gegenübers zu erfassen, müssen die Gesprächsanteile des Gesprächspartners möglichst ausgewogen sein. So entsteht auch eine wirksame Wertschätzung für das Gegenüber, ohne dass sie in irgendeiner Form verbalisiert werden muss. Mit Nachfragen und aktivem Zuhören wird nicht nur umfassender erfasst, sondern auch das wird als echte Wertschätzung und Kommunikation auf gleicher Ebene erlebt. Aufmerksamkeit, echtes Interesse, Zusammenfassungen des Verstandenen durch die Führungskraft wird vom Gesprächspartner positiv wahrgenommen und fördert den Dialog. Übereinkünfte und Zugeständnisse werden damit begünstigt und damit auch gemeinsam getragene Lösungen und dahinführende Vorgehensweisen. Der Gesprächsabschluss setzt sich zusammen aus einem positiven Feedback, eine Zusammenfassung des Vereinbarten, konkretisierte, handlungsorientierte und terminierte Maßnahmen und wie mit dabei etwaigen auftretenden Schwierigkeiten umzugehen ist. Hier finden also auch die bei der Gesprächsvorbereitung konkretisierten Ziele der Führungskraft Eingang.
Das vom Werte- und Entwicklungsquadrat abgeleitete Entwicklungsdreieck, das in der Gesprächsvorbereitungsphase verschriftlicht wurde, hilft, Kritisches konstruktiv zu artikulieren. Es enthält die aufeinanderfolgend anzusprechenden Aspekte: störendes Verhalten, positiver Kern und Entwicklungsausrichtung. Grundannahme ist, dass jedes noch so negative Verhalten einen positiven Kern enthält, den es zu erkennen und zu benennen gilt. D. h., dass das von der Umgebung als anstrengend erlebte Verhalten nicht grundsätzlich schlecht, sondern nur des Guten zu viel ist, dem eine Verhaltenskompetenz ergänzend hinzugefügt werden muss, um es in die Balance zu bringen. In der dritten Phase wird die gewünschte Entwicklungsrichtung klar benannt und beschrieben. Die Führungskraft äußert die gewünschte Verhaltensänderung konkret, d. h. handlungsorientiert und nicht abstrakt. Diese bei Fischer-Epe angeregte grundsätzliche Akzeptanz plus kränkungsfreier Konfrontation, begünstigen Entwicklung.
Konfliktmanagement: nachhaltig die Ziele weiter verfolgen
Echte Verhaltensänderungen benötigen Zeit. Gegebenenfalls treten Schwierigkeiten hinzu, so dass ein weiteres Gespräch nötig wird. Oder aber, weil die MitarbeiterIn die vereinbarten Maßnahmen nicht umsetzte. Um mehr Verbindlichkeit zu erzielen, können Gesprächsprotokolle mit den konkretisierten Maßnahmen angefertigt werden, die von der Führungskraft und dem Mitarbeiter zu unterzeichnen sind. Stellt sich heraus, dass die Mitarbeiterin nicht das nötige Problembewusstsein und wenig Veränderungsbereitschaft zeigt, können arbeitsrechtliche Sanktionen nötig werden. Da die Führungskraft bereits zu Beginn des Mitarbeitergesprächs, der Gesprächsvorbereitung, konkrete Informationen einzog und auch im Verlauf konkret dokumentierte und damit auch gerichtsverwertbar, schafft sie damit eine günstigere Grundlage für arbeitsrechtliche Sanktionen wie Abmahnung, Versetzung oder Kündigung. Allerdings: Schwierige MitarbeiterInnen im hier thematisierten Sinne machen es dem Unternehmen auch arbeitsrechtlich sehr schwer.
Wie könnten Unternehmen präventiv agieren? Bereits bei der Einstellung, der Personalauswahl, dem Bewerbungsverfahren, dem Recruiting ansetzen. Ein eignungsdiagnostisch optimiertes Recruiting mit bspw. Assessment Center, Potenzialanalyse und (teil-) strukturierten Interview erhöht die Wahrscheinlichkeit, sozial kompetentere MitarbeiterInnen und LeistungsträgerInnen unter den Bewerbern zu identifizieren.
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Fotos: Fridericianum, Kassel 2021, © Manfred Baumert/Kassel
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Führungskräfte Coaching aus Kassel
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https://die-koepfe-entscheiden-den-wettbewerb.de/
#dieköpfeentscheidendenwettbewerb
(Weiterführende) Quellen:
Fischer-Epe / Reissmann: Coaching zu Führungsthemen, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2016
Prior: MiniMax-Interventionen, Carl-Auer-Systeme Verlag, 2004
Schmidt: Immer miteinander richtig reden, Junfermann Verlag, 2009
Schulz von Thun: Das Innere Team in Aktion, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2007
Schulz von Thun: Miteinander Reden 2, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2001